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Superboy #3 - "The Clone"

Autor: Scott Lobdell
Superboy 01

Zeichner: R.B. Silva

Inker: Rob Lean

Farben: The Hories

Editor: Chris Conroy

Rezension von Michael Heide

Erscheinungsdatum: 14.09.2011

Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt von Alcatraz Comics


Was bisher geschah:

Superman ist der letzte Kryptonier. Seit einigen Jahren kämpft er auf der Erde für die Armen und Schwachen. Aber schon einmal ist er gestorben, wenn auch nur für kurze Zeit. Nicht auszudenken, was passieren würde, sollte es ihn irgendwann gar nicht mehr geben.

Meine Erwartung vor dem Lesen:

Der historisch erste Superboy war Superman selbst, in Abenteuern, die er während seiner Kindheit erlebte. Der zweite Superboy war der Klon, den Project Cadmus nach dem Kampf gegen Doomsday aus dem Genmaterial von Superman und Cadmus-Leiter Paul Westfield herstellte. Und Superboy war ein absolutes Kind der 90er. Frisur, Ohrring und Lederjacke, dazu ein Kostüm mit unnötigen Gürteln und Riemen. Ursprünglich extrem arrogant (immerhin war er mit erstaunlichen Kräften geboren), lernte er schon bald Menschlichkeit - und wurde zu einer der beliebtesten DC-Figuren der 90er Jahre. Gerade in Deutschland war Young Justice, wo er Abenteuer mit Robin, Impulse, Wonder Girl und anderen Teenagern erlebte, eine der erfolgreichsten Serien.

Doch nichts ist von Dauer, und so machte sich DC daran, Superboy neu zu erfinden. Er bekam eine neue Frisur, sein Kostüm wurde durch die wenig aufregende Kombination aus Jeans und T-Shirt ersetzt, und eine allen bisherigen Geschichten widersprechende Plotwendung enthüllte, dass nicht Westfield, sondern Lex Luthor persönlich der Spender für Superboys menschliche DNS war. Superboy wurde in eine tiefe Identitätskrise gestürzt. Und der Charakter wurde immer unsympathischer. Der Versuch, den spektakulären Erfolg der TV-Serie Smallville zu kopieren, indem man Superboy zu Clarks Adoptiveltern steckte, scheiterte. Und nach Flashpoint bekommen wir nun einen völlig neuen Superboy, dessen Entstehungsgeschichte zwar Parallelen zum letzten Superboy aufweist, aber trotzdem komplett bei Null anfängt. Vielleicht das beste, was dem Charakter passieren konnte.

Der Inhalt:

Superboy ist ein Klon. Der erste erfolgreich in den Laboren von N.O.W.H.E.R.E. erschaffene Hybrid aus menschlicher und kryptonischer DNS. Zwar ist er noch nicht komplett ausgewachsen, allerdings hat er schon ein Bewusstsein. Auch wenn er das nicht zeigt. Seit drei Monaten, sechzehn Tagen, vier Stunden und dreiundfünfzig Sekunden beobachtet er seine Beobachter. Lernt ihre Sprache. Und wartet. Doch seine Beobachter ahnen nicht, zu welch komplexen Gedanken er in der Lage ist. Sie planen, ihn zu töten und neu anzufangen. Alle Versuche einer jungen, rothaarigen Wissenschaftlerin, ihren Vorgesetzten Dr. Michael White umzustimmen, scheitern. Und gerade, als der Hebel umgelegt wird, der statt Nährlösung Gift in Superboys Adern pumpen soll, nimmt sie telepathisch zu ihm Kontakt auf. "Bitte. Kämpfe." Und das tut er. Seine Kräfte instinktiv nutzend, sprengt er seinen Nährstofftank von innen heraus. Das gesamte Labor explodiert. Die rothaarige Wissenschaftlerin kann gerade noch entkommen, Dr. White schafft es nicht. Mit seinen letzten Worten teilt er ihr mit, von wem die menschliche Hälfte von Superboys DNS stammt, aber sie hört es nicht, ihre Ohren sausen noch immer von der Explosion.

Superboy ist mit der Situation überfordert. Zum ersten Mal spürt er Luft, Schwerkraft und andere Alltäglichkeiten. Er spürt die Erleichterung und die Angst, die das rothaarige Mädchen fühlt. Und er merkt, dass er ihr vertraut.

Einen Monat später sind Superboy Haare gewachsen. Er besucht jetzt eine Schule in Kansas, wo er Dinge weiß, die er eigentlich gar nicht wissen dürfte. Eine seiner Mitschülerinnen ist Rose Wilson, und die beiden schließen schnell Freundschaft. Auf dem Heimweg kommen sie an einem brennenden Haus vorbei. Eine der Bewohnerinnen fleht um Hilfe. Aber Superboy registriert überhaupt nicht, dass er helfen könnte oder sollte. Er unterhält sich weiterhin mit Rose, als wäre alles in Ordnung. Er erzählt ihr, dass er eine bestimmte Form von Amnesie hat, bei der er zwar über Grundsätzliches wie Essen, Trinken, Sprechen und Laufen sowie ein umfangreiches Allgemeinwissen verfügt, aber sonst nichts über sein bisheriges Leben weiß. rose fragt ihn angesichts des brennenden Hauses, ob dadurch auch seine Einschätzungen bezüglich richtig und falsch, gut und böse, Empathie und Gleichgültigkeit beeinflusst werden, er geht nicht davon aus. Und die ganze Zeit denkt er, dass die Stadt zu klein für ihn ist, dass er für bedeutend größere Dinge gemacht wurde.

Und er fragt sich, warum man sich die Mühe gemacht hat, eine Virtual Reality Simulation der Stadt in Kansas für ihn zu erschaffen, in der man ihn gefangenhält. Er spürt, dass es die rothaarige Wissenschaftlerin ist, die die Simulation überwacht, zwar um ihn zu beschützen, aber trotzdem bricht es ihm das Herz. Wobei sie natürlich Gründe für das Programm hat. Es wurde geschrieben, um sein Unterbewusstsein nach den Erinnerungen seiner DNS-Spender zu durchforsten. Darum die Kleinstadt in Kansas. Darum das Gefühl, nicht dazu zu gehören. Allerdings fragen sich alle, warum Superboy bei jedem Durchlauf des Programms am brennenden Haus vorbeigeht, anstatt zu helfen. Superman ist davon besessen, Menschen in Not zu helfen. Also stammt das menschliche Genmaterial in Superboy entweder von einem krankhaft größenwahnsinnigen Narziss - oder die Wissenschaftler haben irgendwo einen Fehler gemacht.

Das rothaarige Mädchen bekommt Besuch von der echten Rose Wilson, einer Söldnerin und Auftragskillerin, die zur Zeit für das Projekt arbeitet. Die Figur innerhalb der Simulation beruht zwar auf ihr, besitzt allerdings eine völlig andere Persönlichkeit.

Ein anderer Mitarbeiter an Project Superboy, Dr. Umber, hat große Zweifel an der Rechtschaffenheit von N.O.W.H.E.R.E., weswegen er seit einiger Zeit Insiderinformationen an eine Reporterin weitergibt - eine Reporterin namens Lois Lane. Er bemüht sich, nur Informationen über den Gebäudekomplex als solches herauszugeben, nichts darüber, was genau N.O.W.H.E.R.E. da drin macht. Denn wenn herauskäme, dass N.O.W.H.E.R.E. eine eigene Massenvernichtungswaffe namens Superboy hat, würden seine Vorgesetzten genau wissen, wer die undichte Stelle war - was Umbers Tod bedeuten würde.

Am nächsten Morgen wird Superboy anderen Tests unterzogen. Er trägt einen speziellen Anzug, der die Wissenschaftler überwachen lässt, wie seine Telekinese funktioniert. Im Moment fällt es ihm allerdings schwer, sich auf diese Kraft zu konzentrieren - denn seine Gedanken sind bei der Rothaarigen. Diese bekommt gerade Besuch von Zaniel Templar, offenbar ein hohes Tier bei N.O.W.H.E.R.E., und er will Superboy auf seine erste Mission schicken. Seine Gegner auf dieser Mission? Die Teen Titans.

Fazit:

Das ist definitiv nicht mehr der alte Superboy. Aber das durfte man wohl auch nicht erwarten. Trotzdem irgendwie schade.

Der neue Superboy ist allerdings sehr interessant. Er ist nicht von Anfang an eindeutig gut oder eindeutig böse. Er hat zwar das Aussehen eines Teenagers und den Wissensstand eines Studenten, aber von simplen Dichotomien wie richtig oder falsch hat er noch überhaupt keine Ahnung, was die Szene mit dem brennenden Haus eindrucksvoll beweist. Leider hat er auch noch nicht wirklich viel Persönlichkeit, sodass er zwar der Serie den Titel gibt, aber trotz Erzählerstimme eher eine Nebenrolle in seinem eigenen Heft spielt. Da muss Lobdell schnell etwas nachschießen, sonst ist es schwer vorstellbar, dass die Serie auf Dauer interessant bleibt. Denn mit noch einer geheimen Organisation alleine kann sich das Heft nicht von den anderen Titeln abheben.

R.B. Silvas Zeichnungen sind hübsch und passen zu den Teenagern in der Story. Wobei Superboy auch bei ihm noch etwas farblos und undefiniert wirkt. Was sicherlich gewollt ist, aber das macht es nicht besser.

Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden, vor allem die Synergie mit dem Schwestertitel Teen Titans (ebenfalls von Lobdell) könnte interessant werden. Allerdings sollte Superboy schnell den Weg auf die helle Seite der Macht finden, sonst wird es diese Serie schwer haben.

Wertung:

5

5 von 10

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