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Justice League #1 - "Justice League Part One"

Justice League 01

Autor: Geoff Johns

Zeichner: Jim Lee

Inker: Scott Williams

Farben: Alex Sinclair

Editor: Eddie Berganza

Rezension von Michael Heide

Erscheinungsdatum: 31.08.2011


Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt von Alcatraz Comics

Was bisher geschah:

Nichts.

Na ja, das stimmt nicht ganz. Aber Justice League ist der Startschuss der "New 52"-Initiative, die nach Flashpoint ein völlig neues DC Universum vorstellt. Eines, das eine gemeinsame Vergangenheit mit den Wildstormfiguren (WildC.A.T.S., Gen13, Stormwatch, Authority, etc) und den Vertigofiguren (Swamp Thing, Sandman, John Constantine, etc) hat. Eine Vergangenheit, die bisher noch nicht enthüllt wurde. Daher lässt sich genausogut sagen: Was bisher geschah?

Nichts.


Meine Erwartung vor dem Lesen:

Das ist er nun. Der Neustart. Der Beginn einer neuen Ära. Teile der alten Kontinuität gelten zwar noch, allerdings weiß noch niemand, was genau, oder wie alles zusammenpasst. Und das hier ist das erste Heft. Erschienen zeitgleich mit dem Finale von Flashpoint, der Miniserie, die den neuen Status Quo innerhalb des narrativen Strangs überhaupt erst hergeleitet hat. Und ich muss ja doch sagen, dass mir diese Initiative nicht weit genug geht. Wenn schon ein Neustart, dann aber auch bitte ein richtiger Tabula Rasa Ansatz, der alle alten Bärte abschafft und wie DC's Earth One oder Marvel's Ultimate Marvel komplett bei Null anfängt. Alles andere wird auf lange Sicht einfach zu verwirrend. Aber sehen wir mal, was die "New 52" so alles draufhaben. Das Cover von Justice League #1 hat jedenfalls die neuen Gründungsmitglieder der Justice League drauf. Aquaman, Superman, Wonder Woman, Green Lantern, Batman, Flash und Cyborg. Ich vermisse Martian Manhunter jetzt schon.

Der Inhalt:

Es gab eine Zeit, in der die Welt sie nicht ihre größten Superhelden nannte. Es gab eine Zeit, in der die Welt nicht einmal wusste, was ein Superheld überhaupt ist. Dies ist das DC Universum vor fünf Jahren. Dies ist besagte Zeit.

Batman ist gleichzeitig auf der Flucht vor einer Spezialeinheit des Gotham City Police Department und auf der Fährte einer vermummten Gestalt, die er über Häuserdächer verfolgt, die bis zu sieben Meter auseinanderliegen. Grund genug für die Spezialeinheit, beide für Metawesen zu halten. Zum Vergleich: Der aktuelle Weltrekord im Weitsprung bei den Männern liegt bei 8,95m. Das GCPD eröffnet das Feuer, doch Batman schafft es, auszuweichen und seinen Gegner zu fangen. Er will ihn gerade befragen, als dessen Kleidung in Flammen aufgeht. Was immer das ist, es ist kein Mensch. Das monströse Wesen greift Batman an und scheint die Oberhand zu gewinnen, als aus dem Nichts ein grün leuchtendes Feuerwehrauto erscheint und es umwirft. Auftritt Hal Jordan. Noch sehr zu Beginn seiner Karriere und unerfahren, dafür mit einer enormen Arroganz. Und völlig anderen Methoden als Batman. Und prompt beginnen die beiden, zu streiten. Dadurch entgeht ihnen, dass das Monster wieder zu sich kommt. Es zerstört die Polizeihubschrauber, verwandelt sich in ein vierbeiniges Wesen und flieht. Unsere beiden Helden nehmen die Verfolgung auf. Batman, weil ihm Quellen zugetragen haben, dass das Wesen eine Bombe in Gotham City legen will. Green Lantern, weil ihm die Wächter des Universums aufgetragen haben, einem unautorisierten Außerirdischen Kontakt in Gotham City nachzugehen. Auf dem Weg in die Kanalisation tauschen sich die beiden Helden aus. Green Lantern kann immer noch nicht glauben, dass es den Batman wirklich gibt, geschweige denn, dass er keine Kräfte hat, sondern einfach nur ein Mann im Fledermauskostüm ist. Batman hingegen schließt aus dem Fehlen von Knöpfen am Kraftring, dass dieser durch Konzentration gesteuert wird - und stiehlt Hal den Ring vom Finger, um ihn näher zu untersuchen. Natürlich gibt er ihn ihm sofort zurück, aber es zeigt, dass Batman nicht viel von Green Lantern hält. Ihr Streiten wird jäh unterbrochen, als Batman den Außerirdischen findet. Doch zu spät - die Bombe ist bereits aktiviert. Das Alien brüllt nur: "Für Darkseid", und alles geht in Flammen auf. Alles bis auf Batman und Green Lantern, die durch einen von Hal erschaffenen grünen Safe geschützt sind. Sie untersuchen die würfelförmige Bombe, die die Explosion überstanden hat, doch selbst in den Datenbanken von Hals Ring ist nichts über das Artefakt zu finden. Ihr einziger Anhaltspunkt ist, dass es sich um außerirdische Technologie handelt. Es erscheint ihnen ein logischer Schritt, den nächsten Außerirdischen zu befragen, von dem sie wissen, dass er auf der Erde ist: Superman.

Victor Stone ist Receiver in der Footballmanschaft seiner... High School? Seines College? Das Heft klärt nicht einmal, in welcher Stadt er sich befindet. Jedenfalls begeistert er alle Talentsucher Amerikas und bekommt von allen Seiten Stipendien angeboten. Doch das einzige, was er sich wünscht, ist die Anerkennung seines Vaters. Dieser studiert Metawesen wie Superman, von denen es scheinbar jeden Tag mehr gibt.

Batman und Green Lantern fliegen in einem grünen Jet nach Metropolis, wo Green Lantern Superman mit seinem Ring ortet. Sein Plan ist, in das Abrisshaus zu gehen, in dem sein Ring Superman gefunden hat, und ihn mit seinem Ring festzuhalten, um ihn zu befragen. Doch noch bevor er das Gebäude betreten kann, kommt ein rotblauer Blitz herausgeschossen, der ihn fortfegt. Superman ist da. Und als nächstes will er sich Batman vornehmen...

Fazit:

Hmmmm... Das ist er nun. Der Neustart. Alles ist neu, alles ist anders. Und dieses Heft soll uns nun Willkommen heißen, uns in dieses neue Universum einführen und uns seine größten und wichtigsten Helden vorstellen.

Und das macht es nicht. Vom DC-Universum als ganzes sehen wir nichts. Von den sieben Helden auf dem Cover tauchen nur vier auf, und über diese erfährt man dann noch nicht einmal besonders viel.

Batman: Ein Mensch im Fledermauskostüm, sehr sportlich, sehr clever, sehr selbstsicher, etwas arrogant.

Green Lantern: Ein Space Cop mit Kraftring. Sehr mächtig. Sehr arrogant.

Superman: Ein Außerirdischer, der in der Lage ist, Green Lantern in Sekundenbruchteilen zu besiegen.

Victor Stone: Ein talentierter Footballspieler.

Das war's. Und klar, Batman, Superman und Green Lantern kennt man aus den letzten vier Kinofilmen, die über das DC-Universum gedreht wurden. Wahrscheinlich war der Gedankengang, mit diesen dreien anzufangen, und dann nach und nach die restliche DC-Welt zu erkunden. Was ja prinzipiell kein schlechter Ansatz für eine Serie wäre. Aber für diese geschichtsträchtige Nummer, das erste Heft einer neuen Ära, erschienen am gleichen Tag wie Flashpoint #6 (das die vorherige Ära beendete, die immerhin bis 1938 zurückreicht)? Das erste Heft eines Neustarts, der Zielgruppen jenseits der bereits bestehenden Fangemeinde erschließen sollte?

Dafür ist es einfach nicht genug.

Was bleibt, ist ein sehr hübsches Heft. Jim Lee hat einen sehr klaren Stil, der seinen Figuren eine Menge Persönlichkeit gibt, und die Farben von Alex Sinclair heben die ohnehin sehr schönen Seiten noch einmal auf ein höheres Level. Vor allem die Ringkonstrukte von Green Lantern sind einfach umwerfend. Auch Geoff Johns liefert handwerklich solide Arbeit ab. Aber bei diesem Heft hätte einfach mehr drin sein müssen.

Wertung:

6

6 von 10

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