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Batman #3 - "Knife Trick"

Batman 01
Autor: Scott Snyder

Zeichner: Greg Capullo

Inker: Jonathan Glapion

Farben: Fco Plascencia

Editor: Mike Marts

Rezension von Michael Heide

Erscheinungsdatum: 21.09.2011

Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt von Alcatraz Comics


Was bisher geschah:

Nachdem Bruce Wayne die Welt bereiste, um seine Batman Incorporated Organisation zu gründen, ist er nun wieder zurück in Gotham.

Meine Erwartung vor dem Lesen:

Scott Snyder ist gut. Sehr gut. Seine Vertigo Serie American Vampire verkauft sich gerade als Paperback hervorragend, aber auch die Heftreihe selbst ist für Vertigo-Verhältnisse ein voller Erfolg. Sein Swamp Thing Neustart ist eine der besten New 52 Serien bis jetzt. An Batman durfte er sich jetzt bereits mit einer längeren Storyline bei Detective Comics (noch mit Dick Grayson unter der Maske) und der Miniserie Gates of Gotham (zusammen mit Kyle Higgins) beweisen. Und gerade seine Detective Comics Storyline um James Junior, den Sohn von Commissioner Gordon, war fantastisch. Da wurde ein seit Year One nicht mehr erwähnter Nebencharakter zu einer wirklich beeindruckend zwielichtigen Figur. Und auch mit Dick Grayson als Batman fühlte sich die Serie an wie eine Batman Serie. Düster, spannend, mit furchterregenden Schurken, coolen Gadgets und der richtigen Mischung aus Action und Detektivarbeit. Wenn Snyder jetzt auch noch Bruce Wayne selbst schreiben darf, ist großes zu erwarten.

Greg Capullo (Spawn, The Tenth) ist einer der erfolgreichsten Zeichner der 90er, der es bei Spawn sogar geschafft hat, dass man die Zeichnungen des legendären Todd McFarlane nicht vermisst. Düster, atmosphärisch, der Stil dürfte zu Batman passen.

Der Inhalt:

Bruce Wayne ist zurück. Zurück in Gotham. Zurück in Arkham. Und all seine Freunde haben schon auf ihn gewartet. Mr. Freeze. Clayface. Flamingo. Professor Pyg. Scarecrow. Killer Croc. Two-Face. Riddler. Eigentlich hatte Batman nur vor, mit dem korrupten Wachmann Dan Matthews zu sprechen. Aber der hat daraufhin alle Türen geöffnet. Keine Herausforderung für Batman und seinen Partner, den... Joker? Nein, natürlich nicht. Es ist nur Dick Grayson, der eine neue Maske trägt, die jedes Gesicht duplizieren kann, und der undercover als Joker in Arkham gesessen hatte, um Batman mit Informationen zu versorgen. Die Maske ist nur eines von zahlreichen neuen Gadgets.

Ein weiteres ist ein Paar Kontaktlinsen, das aus der Ferne Zugriff auf den Batcomputer ermöglicht und Bruce diverse Informationen per Augmented Reality zuspielt. Er testet die Linsen kurz darauf an seinen Robins und Ex-Robins. Denn Bruce hat die High Society Gothams eingeladen, da dürfen seine (leiblichen oder adoptierten) Söhne nicht fehlen. Anlass ist Bruces Ankündigung, Gotham zu verändern, den Blick auf die Zukunft zu richten. Die heruntergekommensten Stadtviertel sollen generalüberholt werden, das ÖPNV-Netz soll modernisiert werden, Gotham soll besser und heller werden. Ein in der Präsentation nicht erwähntes Nebenziel der Initiative ist eine große Anzahl an Bat-Bunkern, die sich bei der Gelegenheit großzügig über die Stadt verteilen lassen.

Auch die Reporterin Vicki Vale darf bei der Gala nicht fehlen. Sie stellt Bruce den Bürgermeisterkandidaten Lincoln March vor. Bruce kennt ihn bereits, denn March war einer der Sponsoren von Leslie Thompkins' Klinik. Die beiden kommen ins Gespräch, aber Bruce wird abgelenkt. Commissioner Gordon, der ebenfalls unter den Partygästen ist, bekommt einen Anruf. Die neuen Superkontaktlinsen können Lippen lesen und in Untertitel umwandeln. Bruce erfährt auf diese Weise, dass jemand erstochen wurde. Er bittet March, einen Termin mit Alfred zu machen, damit die zwei am nächsten Tag beim Mittagessen weiterreden können - und wenige Minuten später schwingt sich Batman schon wieder durch die Nacht. Harvey Bullock erwartet ihn bereits. Das unbekannte Opfer wurde vor fünf oder sechs Tagen mit zig Wurfmessern an die Wand genagelt, wo er an den Verletzungen verstarb. Jedes einzelne Messer ist mit einer Eule verziert. Harvey vermutet, dass es mit einem alten Kinderreim in Verbindung steht, aber Batman unterbricht ihn, bevor er weiter ausholen kann. Er nimmt eine Probe von der Haut, die unter den Fingernägeln des Opfers steckte und möglicherweise dem Mörder gehört. Dann riecht er Leinsamenöl. In viel zu starker Konzentration. So wie es aussieht, hat jemand eine Nachricht mit dem Öl an die Wand geschrieben. Die Glut von Bullocks Zigarre enthüllt die Botschaft: "Bruce Wayne wird morgen sterben". Batman ist klar, dass mit "morgen" nicht der Tag nach dem Tod des Unbekannten gemeint sein konnte, sondern der Tag, nach dem der Vermieter die Leiche finden musste. Bullock bezweifelt, dass der Mörder tatsächlich zu Bruce Wayne vordringen könnte. Das sei nur möglich, wenn er sich bereits im Umfeld von Wayne befindet.

Und es sieht ganz danach aus, denn als Alfred mit der DNS-Analyse der Haut unter den Fingernägeln des Opfers fertig ist, erhält er einen eindeutigen Treffer. Die Haut gehört Dick Grayson.

Fazit:

Batman #1 ist plakativer und plumper als die subtileren Detective Comics Ausgaben von Snyder. Aber nicht unbedingt schlechter. Es ist ein anderer Stil, mit mehr Action, neu designten Schurken (Two-Faces böse Hälfte ist monströser als je zuvor, Riddler hat eine Glatze, aus der nur ein grün gefärbtes Büschel Haare in Form eines Fragezeichens hervorsteht, Professor Pyg hat sich eine Schweinemaske aus einem Kissen oder einem Müllsack gebastelt) und absolut unglaubwürdigen, aber doch irgendwie coolen Gadgets. Wie genau die Kontaktlinsen mit dem Computer vernetzt sind, werden wir wohl nie erfahren, aber es ist ein elegantes Mittel, um Textboxen voller Exposition zu rechtfertigen. Denn der Leser sieht, was Bruce sieht. Auch ihm werden diese Informationen als Textboxen serviert. Hoffen wir, dass diese Erfindung Batmans Spürsinn und Kombinationsgabe nicht unnötig machen wird.

Der Plot macht Spaß. Selbstverständlich ist Dick Grayson kein Mörder, und mit Sicherheit hat er es nicht auf seinen Mentor Bruce Wayne abgesehen. Trotzdem funktioniert der Cliffhanger, weil wir wissen wollen, wie es dazu kam, dass Dick Graysons Haut unter den Nägel eines Toten steckte. Wir wollen wissen, was es mit ihm auf sich hat. Wir wollen wissen, ob Lincoln March nur zufällig gerade jetzt vorgestellt wird oder ob er wie einst Tommy Elliot der Drahtzieher hinter dieser Verschwörung ist.

Capullos Zeichnungen sind fantastisch. Es ist beeindruckend, wie Batman mit den Schatten verschmilzt, wie sein Cape ständig den Rest des Kostüms verdeckt, welch expressive Mimik er aus der Maske herausholt. Die Hintergründe sind detailreich, und es ist sicherlich kein Zufall, dass nicht nur auf den Messern, sondern auch in der Architektur Gotham Citys einige Eulen versteckt sind. Und auch die Nebenfiguren, allen voran Gordon und Bullock, sind sympathisch und haben Charakter.

Ein gewaltiges Lob geht auch an Fco Plascencia, dessen (deren?) Farben die Stimmung gewaltig beeinflussen. Vom kalten Leuchtstoffröhrenlicht in Arkham zum düsteren Nachthimmel Gothams, von der prächtigen Gala im Wayne Anwesen zum verkommenen Fundort der Leiche, Plascencia setzt alles eindrucksvoll in Szene.

Es wird sich zeigen, wie gut Snyders Batman auf lange Sicht wird, aber der Anfang ist durchaus vielversprechend.

Wertung:

8

8 von 10

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