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Action Comics #2 - "Superman in Chains"

Action Comics 02


Autor: Grant Morrison

Zeichner: Rags Morales & Brent Anderson

Inker: Rick Bryant & Brent Anderson

Farben: Brad Anderson

Editor: Matt Idelson

Rezension von Michael Heide

Erscheinungsdatum: 07.09.2011


Was bisher geschah:

Superman ist seit sechs Monaten in Metropolis aktiv. Das Militär hat Lex Luthor damit beauftragt, ihn zu ergreifen. Dies ist ihm gelungen, auch wenn die meiste Arbeit durch die Handlanger des kriminellen Geschäftsmannes Glen Glenmorgan getan wurde.


Meine Erwartung vor dem Lesen:

Action Comics #1 war gut, hatte aber noch Luft nach oben. Mal schauen, ob #2 das Niveau zumindest halten kann.

Der Inhalt:

Superman kommt wieder zu sich. Er wurde auf einen elektrischen Stuhl gebunden. Er wurde bereits mehr Strom ausgesetzt, als ihn ein Berggorilla aushalten würde. Doch er hält alles aus. Und schafft es, einen Arm loszureißen. Doch bevor er sich ganz befreien kann, fließt wieder Strom durch seinen Körper. In der Zwischenzeit werten die Wissenschaftler um Lex Luthor die Testergebnisse aus. Der elektrische Stuhl führt nur zu einem vorübergehenden Beschleunigen des Herzschlags, außerdem kann Supermans Haut nicht von Röntgenstrahlen durchdrungen werden. Offenbar ein Nebeneffekt seiner Unverwundbarkeit. Luthor will gerade die Flusssäure auspacken, um Supermans Haut zu testen, als John Corben und John Henry Irons den Raum betreten. Sie finden es gar nicht gut, dass jemand auf Amerikanischem Boden gefoltert wird. Luthor argumentiert, dass betreffende Gesetze nur für Menschen gelten. Superman ist offensichtlich kein Mensch. Seine Haut ist hart wie Stahl, seine Haare unschneidbar, Verletzungen heilen erstaunlich schnell, Sarin atmet er wie Luft, und Spritzennadeln zerschellen an seinem Arm. Luthors Ziel scheint es zu sein, das Ende des Steel Soldier Programms herbeizuführen. Warum Menschen mit Maschinen verbessern, wenn man Superman sezieren und mit den gewonnenen Kenntnissen gottgleiche Soldaten erschaffen kann? Irons kündigt und geht.

General Sam Lane testet in der Zwischenzeit, wie unzerstörbar Supermans Cape ist.Unterschiedlichste Schusswaffen, Flammenwerfer, nichts hinterlässt Spuren. Die Tests werden unterbrochen durch die Ankunft von Lanes Tochter Lois. Sie hat herausgefunden, wo man Superman nach dem Zugunglück hingebracht hat und sorgt sich um ihn. Sehr zum Leidwesen von John Corben, mit dem sie offenbar eine Romanze hatte, der er immer noch hinterhertrauert.

Superman wird nun befragt. Das Militär hat die Rakete gefunden, in der er zur Erde kam, und man hält ihn für einen Gestaltwandler, der vom Planeten Krypton geschickt wurde, um die Erde zu unterwandern und zu erobern. Luthors Trumpfkarte ist eine Leiche, die er für einen Kryptonier in seiner wahren Form hält. Ein missgebildetes sechsbeiniges Huftier mit Hörnern, einer Ziege nicht unähnlich. Doch welche Reaktion er Superman mit dem Anblick des toten Wesens auch entlocken wollte, dieser lacht nur laut auf. Er ist kein Gestaltwandler, er sieht wirklich so aus. Und seine Augen können Strahlung abgeben, unter anderem Mikrowellen. Und damit hat er soeben die Computer des Militärs unbrauchbar gemacht. Während der Befragung hat er sich bloß von der vorangegangenen Folter erholt. Jetzt ist er wieder bei Kräften. Jetzt kann er sich endlich befreien.

Er reißt den elektrischen Stuhl aus seiner Verankerung, tritt die Stahltür mit Leichtigkeit aus den Angeln und nimmt Luthor als Geisel. Er nimmt sich sein Cape und will gerade das Gebäude verlassen, als er auf Kryptonisch gerufen wird. Sein Schiff spricht zu ihm. Eine Berührung lässt Kristalle aus dem Schiff wachsen, die es beschützen sollen, bis er wiederkommt, um es abzuholen. Bei seiner Flucht läuft er Lois über den Weg, die Corbens Schlüsselkarte gestohlen und sich so Zutritt zum Gebäude verschafft hatte. Ein Sprung, und er ist außer Reichweite.

Corben wird durch die Geschehnisse inspiriert, alle Sicherheitsvorschriften zu missachten. Er berichtet Professor Vale davon, dass Irons gekündigt hat und das Steel Soldier Programm nicht mehr ausbremsen kann. Sein Ziel ist es, mit der Steel Soldier Rüstung Superman zu besiegen und Lois damit zu beeindrucken.

Luthor wird in seiner Limousine nach Hause gefahren und telefoniert mit einer unbekannten Quelle, die ihm Informationen zugespielt hatte. Er verlangt Antworten. Er will wissen, mit wem er es zu tun hat. Wie als Antwort auf diese Frage endet das Heft mit dem Anblick eines Raumschiffs, das über der Erde schwebt. Eines Raumschiffs, das stark nach Brainiac aussieht...

Es folgen Anmerkungen und Skizzen von Grant Morrison, Rags Morales und Gene Ha, der für den New52 Neustart die Gelegenheit bekam, Krypton und die Kryptonier neu zu designen.

Fazit:

Wir bleiben im Golden Age, gespickt mit Anspielungen auf modernere Geschichten. So tauchte Professor Vale zum ersten Mal 1959 auf. Dort wie auch im Byrne-Reboot war er der Schöpfer Metallos.

Der größte Teil des Hefts hingegen ist eine Homage an einen Zeitungsstrip von 1941 (an dieser Stelle gebührt der Morrison-Fanseite Deep Space Transmissions Dank, deren Anmerkungen zu Action Comics bei diesen Rezensionen eine große Hilfe waren). Damals wie heute unterzieht Luthor Superman Folter und lebensgefährlichen Tests, damals wie heute wird ein elektrischer Stuhl eingesetzt.

Aber nicht nur das Militär erfährt etwas über Superman und seine Kräfte (und deren Grenzen), auch der Leser wird auf diese Weise elegant an den neuen, aktuellen Superman herangeführt. So ist das unzerstörbare Cape ein Element aus Golden und Silver Age, das nach der Crisis of Infinite Earths abgeschafft worden war. Seitdem bestand es wie das restliche Kostüm Supermans aus bloßem Stoff, entworfen und genäht von Martha Kent.

Was ich etwas fragwürdig finde, ist Supermans Eigenschaft, Röntgenstrahlen gegenüber undurchlässig zu sein. Sicher ist das ein konsequentes Weiterdenken seiner Unverwundbarkeit, aber macht es das auf lange Sicht den allgegenwärtigen Superschurken mit Röntgenbrillen nicht etwas zu einfach, Clark Kents Geheimidentität aufzudecken? Wir werden sehen.

Das Artwork ist weiterhin weitestgehend gut, auch wenn Rags Morales offenbar keine monatliche Serie durchhält. Bereits in diesem zweiten Heft des monatelang vorbereiteten Action Comics Neustarts braucht er Unterstützung durch Brent Anderson. Das gibt dem Heft eine etwas heterogene Note, zumal Anderson sich selbst inkt, die Morales-Seiten aber von Rick Bryant getuscht werden. An das sehr gute erste Heft reicht diese Arbeit insgesamt nicht heran. Schlecht ist sie aber bei weitem nicht.

Wertung:

7

7 von 10

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